Die Freiheit wohnt gleich hinter der Vernunft

Ich bin von einer Schreibreise zurück! Ich war mit der Autorin Susanne Niemeyer für eine Woche in Värmland in Schweden – und bin inspiriert, beglückt und neu aufgetankt mit Schreibfreude und Schreiblust.

Und wie schön es war!

Wir sind gepaddelt und im See geschwommen, wir haben eine Radtour gemacht und sind gewandert. Und zwischendurch haben wir geschrieben – inspiriert von der unglaublichen Stille am Ufer der Seen, den Holzstegen am Wasser, den rostroten Libellen, den hellen Birken und den dunkelgrünen Nadelwäldern. Eine Nacht haben wir draußen im Zelt verbracht… und sind morgens noch im Nebel ins kalte Wasser gehüpft.

Freiheit!

Der Kontrast zum Alltag – plötzlich wieder zurück in den eingefahrenen Bahnen – könnte nicht größer sein. Also versuche ich mir möglich viel zu bewahren von dem, was ich von meiner Schreibreise mitgebracht habe…

Da wäre zum Beispiel diese kleine Erkenntnis in meinem Notizheft:

„Die Freiheit wohnt gleich hinter der Vernunft. Du schüttelst sie ab, nimmst Anlauf, läuft den Steg hinunter und dann – zack – bist du mitten drin.“

Da wäre zum Beispiel das Gefühl von Gemeinschaft, das sich immer schnell einstellt, wenn Menschen miteinander schreiben und ihre Texte miteinander teilen. Selbst Abends nach dem Abendessen gab es noch Leserunden, in denen das vorgetragen wurde, was tagsüber entstanden ist – die pure Lust am Erzählen und Fabulieren, am Zuhören und Lauschen.

Und da wäre natürlich Pippi Langstrumpf, das Kinderbuch, das bei mir in Vergessenheit geraten war, weil ich die Pippi-Filme deutlich häufiger gesehen habe, als das ich das Buch gelesen hätte (ich habe es noch nie selbst gelesen, um genau zu sein). Und ja, was für eine inspirierend Figur, die Astrid Lindgren da in die Welt gesetzt hat! Voller wilder Einfälle und dadistischer Komik.

Wir haben schreibend drüber nachgedacht, was wohl Pippi Langstrumpfs „Ich mach mir die Welt, wie sie mir gefällt“ bedeutet.

Für mich bedeutet das:

Da gibt es Spielraum. Raum zum Spielen.

Die Dinge müssen in meinen Augen nicht so sein, wie andere sie sehen. Ich darf meine eigene Version von dieser Welt entwerfen.

Und ich darf mein Leben gestalten, wie es mir Freude macht – nicht egoistisch, nicht rücksichtlos – sondern voller Gewissheit, dass die Freiheit gleich um die Ecke wohnt.

Also geh ich öfter mal klingeln.

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