Im März diesen Jahres habe ich eine Weiterbildung bei diesen beiden Frauen gemacht: Susanne Diehm und Jutta Michaud, beide ihres Zeichens Schreib- und Kreativtherapeutinnen, beide verdammt sympathisch und zusammen ein unschlagbares Team. Beide habe ich vor zwei Jahren interviewt… und seitdem war ich angefixt von der Idee, die heilsamen Effekte des Schreibens besser zu verstehen und zu nutzen.

Dass Schreiben für mich eine gesunde Sache ist, habe ich mehr oder weniger zufällig in meinem Leben herausgefunden. Ich könnte nicht mal sagen, an welcher Stelle es bei mir KLICK gemacht hat – aber ich habe irgendwann gemerkt: Wenn ich schreibe, fühle ich mich lebendig, verbunden mit meiner eigenen Schaffenskraft. Und ich fühle mich näher bei mir, bei dem, was mich ausmacht.

Schreiben ist also nicht nur eine „ganz nette Sache“, sondern eine Möglichkeit, gut mit mir selbst zu sein.

Was mich daran so fasziniert, ist: Ich bin nicht die Einzige. Ich bin nicht der einzige Mensch auf Erden, für den Schreiben positive Effekte auf das eigene Leben hat. Im Grunde genommen kann das für jeden Menschen gelten, der Stift und Zettel zur Hand nimmt und aufschreibt, was ihn bewegt.

Und weil ich diese Erfahrung so gerne weitergeben möchte, war ich für ein Wochenende zu Gast in Berlin bei Sudijumi, wie sich Susanne und Jutta im Doppelpack nennen. Die beiden begleiten Menschen in schweren Lebenslagen und Krisensituationen und nutzen dafür das Schreiben, um Blockaden zu lösen, Erkenntnissprozesse in Gang zu setzen und ungeahnte Ressourcen zu stärken.

Gesundheitsförderndes Kreatives Schreiben nennen Susanne und Jutta ihre Arbeit und das ist auch das, was sie in ihrem Fortbilungsangebot weitergeben. Kurz gesagt nutzen sie Erkenntnisse aus der Glücks-, Resilienz- und Kreativitätsforschung, um dem Schreiben ein Ziel zu geben… und haben dafür eine ganze Palette an Schreibimpulse entwickelt, die Genesungs- und Starkwerdensprozesse unterstützen.

Für mich war dieses Wochenende eine wunderbare Oase, in der ich auftanken konnte. Endlich mal wieder beim Schreiben angeleitet werden, anstatt selbst anzuleiten! Und, noch wichtiger als das: Viele Schreibimpulse, die ich intuitiv schon für mich selbst genutzt habe, hat jetzt eine klarere Form und Kontur bekommen. Vor meinem inneren Auge hat sich mein Halbwissen zu einem Ganzwissen sortiert… und ich kann jetzt gezielt Menschen anleiten, das Schreiben auf diese heilsame Weise für sich selbst zu nutzen.

Und weil es so viel Freude macht, kommt hier eine meiner Lieblingsmethoden von Susanne und Jutta, mit der ich sehr gerne arbeite und die ich an dieser Stelle an euch weitergeben möchte:

Den inneren Weisen befragen

Wenn du dich ratlos fühlst, das eigene Leben nicht verstehst oder schlicht und einfach vor einem Berg unbeantworteter Fragen stehst, lohnt es sich, den inneren Weisen zu Rate zu ziehen. Das ist jene Instanz, die jeder Mensch in sich trägt, und die für Klarheit und Weisheit steht – die „innere Stimme“, wenn man so will. Notiere einfach deine Frage auf einem DIN-A4-Papier und lass dann den inneren Weisen zu dir sprechen, indem du es aufschreibst. Es geht dabei nicht darum, sofort eine Lösung parat zu haben, sondern zu lauschen, was in dir ist. Manchmal passiert gar nichts – manchmal erscheinen ganz überraschende Erkenntnisse auf dem Papier.

Viel Freude damit, ihr Lieben!

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