Lieblings-Reisebücher

Ich habe große Reise- und Unternehmungslust. Raus hier! Was anderes sehen! Was anderen machen! Nur manchmal schrecke ich vor Abenteuern zurück… und dann brauche ich Bücher, die mich inspirieren.

Hier stelle ich euch meine Lieblings-Reisebücher vor, die wie gemacht sind für den Sommer. Drei Bücher von drei tollen Frauen, die auf ihre Weise unterwegs sind, die erste mit dem Flugzeug, die zweite mit dem Fahrrad, die dritte zu Fuß mit einem Esel. Eines der drei Bücher könnt ihr gewinnen (siehe unten)!

»Das große Los« von Meike Winnemuth

das große los meike winnemuthDieses Buch stand lange Zeit auf der Spiegel-Bestsellerliste – völlig zurecht. Denn die Reise von Meike Winnemuth, die bei Günter Jauch’s „Wer wird Millionär“ eine halbe Million gewann, beginnt in Sydney und endet in Havanna – dazwischen liegen 10 weitere Städte auf der ganzen Welt. In jeder Stadt bleibt Winnemuth für einen ganzen Monat und schreibt ganz wunderbar herzerwärmende Briefe an Freunde und Bekannte.

Besonders begeistert hat mich, mit welcher Präzision und Hingabe die Autorin die unterschiedlichen Städte beschreibt, ich hatte das Gefühl, mit ihr über gepflasterte Gässchen, große Boulevards und staubige Sandpisten zu reisen. In manchen Städten blüht sie auf, in anderen verzweifelt sie, in einigen fühlt sie sich auch nach Wochen noch fremd, in einigen findet sie unerwartete Freundschaften. Insprierend ist auch, wie Winnemuth sich ins Reisen hineinfallen lässt, mit jeder Welle schwimmt und jede Gelegenheit nutzt – eine wunderbar offene Haltung, die ansteckend ist!

»Deutschland. Ein Wandermärchen« von Anna Magdalena Bössen

Deutschland Ein Wandermaerchen von Anna Magdalena BoessenAnna Magdalena Bössen erkundet ausgerechnet Deutschland, ihre Heimat – oder zumindest das, was für sie „Heimat“ sein könnte. Mit einem Fahrrad und einem gelben Koffer voller Gedichte macht sie sich auf den Weg. Von Amrum bis zur Zugspitze, vom Westerwald bis in die sächsische Schweiz radelt sie mal mit und mal gegen den Wind. Überall dort, wo sie eingeladen wird, macht sie Halt und tritt gegen Kost und Logie mit Texten deutscher Dichterinnen und Dichter auf.

Dieses Buch hat mich sofort verzaubert, weil es aufregend ist, all die vertrauten und gleichzeitig sonderbar fremden Naturlandschaften Deutschlands mit Bössen gemeinsam zu durchqueren. Gleichzeitig erzählt die Autorin sehr persönlich, wie die Gastfreundschaft ihrer Helfer sie immer wieder neu berührt und ermutigt, welche neue Gedanken sie zum Thema „Heimat“ einsammelt (gerade auch im Osten Deutschlands), und nicht zuletzt auch, wie diese Radtour sie durch die schwerste Phase ihres Lebens hindurchnavigiert – die Phase, in der sie ihre Mutter an den Krebs verliert. Poetisch, berührend und beflügelnd – ein tolles Buch!

»Vier Frauen auf zwölf Beinen« von Karin Schwind

vier frauen auf zwölf beinen karin schwindKarin Schwind liebt es, draußen und unterwegs zu schreiben, und hatte für dieses Buch eine witzige und überaus mögenswerte Idee: Sie wanderte durch die Cevennen, so wie es Schatzinsel-Autor Robert Louis Stevenson im Jahr 1878 getan hat. Und genau wie er wandert sie mit einem Esel – besser gesagt einer Eselsdame – durch das Hochgebirge, gemeinsam mit einer Freundin plus Eselsdame Nr. 2.

Auf den Spuren eines brühmten Autors unterwegs zu sein, das klingt erstmal romantisch. Doch die Landschaft ist karg, die Suche nach Wasser und Futter für die Esel mühsam, die Landsleute eher verschlossen. Belohnt werden die Frauen dafür mit intensiven Naturerfahrungen (Kaffekochen über dem Bunsenbrenner bei zwei Grad Außentemperatur) und überraschenden skurrilen Begebenheit (ein Baguette-Automaten am Wegesrand). Mich hat es beim Lesen kräftig in Füßen und Händen gekitzelt, selbst mit Zettel und Stift loszuziehen, zu beobachten, Gedanken niederzuschreiben, Reisetagebuch zu führen. Definitiv ein Buch für Schreibbegeisterte!

Gewinnspiel

Welches Buch inspiriert dich zum Reisen? Du hast einen Tipp, welches Buch ich diesen Sommer noch unbedingt lesen sollte? Dann hinterlass mir doch einen Kommentar unter diesem Blogartikel! Unter allen Kommentatoren und Kommentatorinnen verlose ich ein Exemplar von Karin Schwinds »Vier Frauen auf zwölf Beinen«. Den Gewinner ziehe unter all jenen, die bis Montag, den 06.08., einen Kommentar hinterlassen. Ich freu mich über eure Tipps!

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6 Kommentare

  1. Veröffentlich von Christine Zureich am 30. Juli 2018 um 17:40

    Maren Wursters „Das Fell“, 2017 bei Hanser Berlin erschienen, ist so ein Sommer-Unterwegsbuch. Der irre Roadtrip einer jungen Berlinerin, die eifersüchtig ihrem Freund und dessen Ex an die Küste hinterher reist. Im Gegensatz zu den Klassikern des Genres wird hier jedoch geradelt, nicht Auto gefahren. Ein intensiveres, unmittelbareres Erleben der Landschaft und Lebewesen also, zumal Wurster den Leser sehr geschickt an der Schnittstelle zwischen Person und Umwelt führt. Ganz nah an ihr dran, über alle Kanäle, alle Sinne, jedoch ganz ohne Psychologisierung, gehen wir mit der Protagonistin mit. „Das Fell“ liest sich-fühlt sich an-wie das Drehbuch zu einem Film, den wir tasten, riechen, schmecken. Ein Genuss.

    • Veröffentlich von Franziska Schramm am 31. Juli 2018 um 07:12

      Das klingt toll, liebe Christine! Den Namen der Autorin kann ich mir in jedem Fall merken 😉

  2. Veröffentlich von Jasmin am 31. Juli 2018 um 17:04

    Also ich habe letztes Jahr Jules Verne’s Klassiker ‚In 80 Tagen um die Welt‘ gelesen und war begeistert und das aus mehreren Gründen: Natürlich beinhaltet es eine gewisse Spannung weil immer wieder unerwartete Dinge passieren und man nicht weiß ob er es in 80 Tagen um die Welt schafft. Zum anderen finde ich es mit dem Wissen von heute, interessant zu sehen wie andere Länder und Völker zur damaligen Zeit (das Buch wurde Ende des 19. Jahrhundert veröffentlicht) beschrieben wurden.

    • Veröffentlich von Franziska Schramm am 31. Juli 2018 um 18:27

      Ui ja, liebe Jasmin, das habe ich tatsächlich noch nie gelesen! Danke fürs Teilen!

  3. Veröffentlich von Julia am 1. August 2018 um 20:00

    Bill Bryson: Reif für die Insel – England für Anfänger und Fortgeschrittene.

    Herrlich britisch und wunderbar komisch!

    • Veröffentlich von Franziska Schramm am 1. August 2018 um 20:15

      Ah ja, das ist auch ein Reiseklassiker, oder? Klingt auf jeden Fall wunderbar!

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