Schreiben Sie noch, Herr Maack?

Es gibt Literaturpreis-Dankesreden, die sind… naja… ganz nett. Und dann gibt es diese eine Rede von Autor Benjamin Maack, der im vergangenen Dezember den Herrmann-Hesse-Literaturförderpreis gewonnen hat (hier könnt ihr sie anhören). Und die ist überaus bemerkenswert.

Warum?

Weil sie sehr, sehr persönlich ist.

Maack hat sein letztes Buch, den Erzählband „Monster“ im Jahr 2012 veröffentlicht, das ist mittlerweile fünf Jahre her – eine verdammt lange Zeit für den Literaturbetrieb. In seiner Preisrede antwortet er daher auf die (durchaus berechtigte) Frage eines Jurymitglieds: „Schreiben Sie noch, Herr Maack?“, und erzählt darin von der schwersten Zeit seines Lebens, von Zusammenbruch, Depression und Beinah-Tod.

Besonders berührt hat mich die Aufrichtigkeit und Klarheit mit der Maack von dieser Zeit erzählt – gerade heraus, ohne zu beschönigen, aber auch ohne zu viel Aufhebens um seine Person zu machen. Und er ringt dieser Krise ihre eigene Schönheit ab, ihre eigene literarische Qualität – die Krise, von der er sagt, dass sie das vermutlich Beste war, was ihm passieren konnte.

Während der letzten Jahre, so antwortet Maack dann auf die gestellte Frage, habe er kaum geschrieben. Aber: „Ich habe nie aufgehört, die Welt als Schriftsteller zu betrachten.“ Und ich glaube, das ist die Essenz dieses kleinen Stücks Literatur, das er da auf dem Podium ins Karlsruhe zu Gehör gibt.

Und ja, ich warte auf sein neues Buch… oder was immer es sein wird. ????

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