unbekümmert kreativ sein

Unbekümmert kreativ sein

Es gibt ja in Ratgebern immer wieder diese Idee, dass man sich Ziele setzen sollte. Und dass man die Schritt für Schritt angehen sollte, um dann – taddaaa – genau dort anzukommen. Das mag in vielen Fällen des Leben richtig sein, wenn ich genau weiß, was ich will und daraus einen exakten Plan ableiten kann.

Was aber, wenn ich einfach nur schreiben will? Wenn ich Autorin oder Autor sein oder werden will? Wenn ich veröffentlichen und mit dem Veröffentlichen Geld verdienen will?

Ich weiß nicht, wie es euch geht, aber mich bremst die Idee, ein klares Ziel haben zu müssen, an dieser Stelle total aus. Denn es gibt keinen 3-Punkte-Plan fürs Autorwerden. Es gibt keine Listen, die man abarbeiten könnte, um besser zu schreiben. Und ich persönlich merke immer wieder: Es bringt nichts, mir selbst irgenwelche Maßnahmen zur vermeintlichen Zielerreichung aufzuzwingen, die mir im Grund genommen keine Freude machen.

Es gibt aber einen Ansatz, der mir sehr gut gefällt. Er nennt sich Effectuation und beschreibt eine wissenschaftliche Methode, mit der Unternehmerinnen und Unternehmer erfolgreich Ideen und Produkte in die Welt bringen können. Und da Autorinenn und Autoren genau das tun – Ideen und Produkte in die Welt bringen – lässt sich dieser Ansatz hervorragend nutzen.

Hier sind meine 4 ultimativen Tipps, wie du unbekümmert kreativ sein kannst:

1. Beginne mit dem, was du hast!

Anstatt große Pläne zu schmieden, wo du in 10 Jahren als Autorin stehen willst und welche Bücher du schreiben könntest – fang einfach an. Beginne mit dem naheliegendsten – dem, was du selbst erlebt hast, den Milieus, die du kennst, den Themen, die dich umtreiben. Öffne den Kühlschrank und schau nach, was da schon drinliegt an persönlicher Erfahrung und Schreiberfahrung. Schau dich in deiner Umgebung um: Was gibt es hier? Wer könnte dich unterstützen, wo findest du Inspiration? Lass dich von der Geschichte inspirieren, die ein Arbeitskollege in der Mittagspause erzählt, von dem sonderbaren Baum vor deiner Haustür, von der Erinnerung an dein erstes Fahrrad. Alles ist erlaubt.

2. Arbeite so an deinen Ideen, dass du dir das Scheitern leisten kannst!

Erfolg kommt nicht immer und meistens auch nicht sofort. Wenn du also drüber nachdenkst, ob du das Schreiben zum alleinigen Haupterwerb machst, frage dich: Welchen Einsatz bin ich bereit zu leisten? Wie hoch ist mein Sicherheitsbedürfnis? Und was tue ich ganz konkret, wenn mein Plan nicht aufgeht? Dasselbe gilt für alle Unternehmungen rund um das Schreiben, egal, ob du dir eine Weiterbildung gönnen möchtest, einen Schreibcoach buchst, dir für dein Selfpublishing-Projekt einen Grafiker ins Boot holst… oder was auch immer. Stell sicher, dass du dir die Ausgaben leisten kannst – auch, wenn du nicht wie geplant, mit dem Schreiben Geld verdienst.

3. Produziere Zufälle

Erzähle immer wieder, dass du Autor bist und was dir beim Schreiben wichtig ist. Erzähle, wovon du träumst und wonach du auf der Suche bist. Ob es ein Büro ist, indem du konzentriert schreiben kannst, ein Babysitter, der dich entlastet, ein Kontakt zu einem Lektor. Bleib offen und neugierig und sorge dafür, dass der Zufall dich findet. Das gleiche gilt für die Suche nach einer Agentur, einem Verlag, einem Mentor. Wirf Bälle ins Universum und schau, an welcher Stelle einer zurückkommt!

4. Nutze die Unterstützung der Menschen, die dich fördern wollen

Start-ups, so sagt man scherzhaft, finanzieren sich zu Beginn oft über die drei großen Fs – family, friends and fools. Und daran ist überhaupt nichts verkehrt! Nimm die Hilfe der Menschen an, die dich kennen und mögen, die dich aus freien Stücken unterstützen. Das können Freunde sein, die sich als Testleser für dein Manuskript zu Verfügung stellen, das kann ein Autorenkollege sein, der dich weiterempfiehlt. Schau dich einfach mit wachen Augen um: Wer könnte für dein Vorhaben einen Beitrag leisten? Vielleicht kennst du einen Buchhändler, der dich in seinen Räumen eine Lesung veranstalten lässt, vielleicht gibt es eine Literaturzeitschrift, die deinen Text druckt. Nimm die Unterstützung aus freiem Herzen an – sie gehört dir.

PS: Was ist dein bester Tipp für unbekümmertes Einfach-Machen? Was hast du in dieser Hinsicht vom Leben gelernt? Welches Buch, welches Youtube-Video kannst du empfehlen? Ich freue mich über Kommentare!

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