Es gibt so Momente, da fängt alles um dich herum an zu leuchten und zu glühen und der Himmel bricht für den Bruchteil einer Sekunde auf und du schaust hinauf und erahnst etwas davon, wie schön diese Welt ist und wie gesegnet du bist.

So einen Moment hatte ich gestern abend, als ich kurz vor dem Schlafengehen noch meine Mails gecheckt habe. Ich habe einen Literaturpreis gewonnen, stand da. Den ersten richtig ernstzunehmenden Literaturpreis meines Lebens. Ich konnte es kaum glauben, ich hab die Zeilen wieder und wieder gelesen, aber ja, so ist es: Ich darf am 9. Dezember im Roten Salon der Volksbühne in Berlin lesen und den mit 5.000 Euro dotierten Walter-Serner-Preis in Empfang nehmen.

Fuck.

Es ist, als habe irgendwer da oben mein Blog gelesen und sich gedacht: „Naja, hier steht schwarz auf weiß, dass sie mal wieder auf einer Bühne stehen und einen unvergesslichen Abend haben will. Dann machen wir das mal.“ Und jetzt darf ich nicht nur auf irgendeiner Bühne lesen, sondern im Roten Salon, wo sonst so wunderbare Musiker wie Kat Frankie und Enno Bunger spielen. Und es gibt eine Laudatio auf mich. Und ein „musikalisches Rahmenprogramm“. Und bestimmt auch Häppchen.

Fuck.

Das Ding ist hald das: Obwohl ich gerade von Adrenalin nur so geflutet werde und kaum weiß wohin mit meinen Gedanken… und obwohl ich die Glückwünsche von allen Seiten derart auskoste… so ist es doch in mir drin ganz merkwürdig still, während ich das hier schreibe.

Es ist so endlos still, weil der ganze Trubel mich im Grund genommen nichts angeht. Ich hab nur getan, was mir Freude gemacht hat. Ich hab eine Geschichte geschrieben.

Um genau zu sein: Ich habe eine Geschichte zu Ende geschrieben, mit der ich vor vier Jahren begonnen hatte. Ich wusste damals gar nicht, dass aus dieser einen Szene eine Geschichte entstehen kann, aber dann, beim späteren Lesen dachte ich mir: Oh, das ist es also, hier ist noch was, hier will noch etwas geborgen werden. Und ich bin meiner Neugier gefolgt und meinen Figuren in ihre Welt. Und ich habe ganz erstaunliche Entdeckungen gemacht.

Wenn du also schreiben willst, dann schreib. Folg deiner Neugier. Mach die Entdeckungen, die deine Figuren dir vor die Füße legen. Denn darum geht es. Freundentaumel ist geil. Ich schwelge noch darin. Aber ein Literaturpreis ist ein Krönchen, das die anderen sehen können. Du siehst beim Schreiben so viel mehr als das.

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