You know what? Schreiben ist leicht!

Ich bin grade über mich selbst erstaunt. Weil ich innerhalb von zwei Tagen eine Kurzgeschichte niedergeschrieben habe und ALLES daran hat mir Freude gemacht. Das Schreiben ging mir so lockerleicht von der Hand, dass ich es kaum glauben kann.

Keine Selbstzweifel? Kein Weglegen der ersten Zeilen mit einem „Mal schauen, ein Meisterwerk ist es ja bist jetzt noch nicht“? Kein Hadern und Zögern und dabei wirklich gute Laune haben?

Das ist neu. Und es liegt ein bisschen daran, dass ich mit Trickser-Energie geschrieben habe.

Wenn ihr wissen wollt, was ein Trickser ist und was das mit dem Schreiben zu tun hat, dann lest unbedingt das wunderbare Buch Big Magic. Creative Living Beyond Fear von Elizabeth Gilbert (Ja, die mit dem Eat Pray Love-Gedöns, vergesst den Hype von gestern, lest lieber ihr neues Buch!).

Hier die Kurzfassung: Es gibt zwei Möglichkeiten ein kreatives Vorhaben anzugehen. Erstens: Darunter zu leiden wie ein Märtyrer. Zweitens: Spielerisch wie ein Trickser vorzugehen.

Die Märtyrer-Typen kennt ihr. Das sind die, die sich jeden Tag mit ihrem selbstauferlegten Schreib-Pensum geißeln. Die, die nicht einfach nur schreiben, sondern ein unübertroffenes Meisterwerk schaffen wollen, und unter ihren eigenen Ansprüchen ächzen. Die, die in Foren und Blogs darüber klagen, wie sehr das Schreiben sie quält.

Die Trickser-Typen kennt ihr sicherlich auch, vielleicht habt ihr euch aber auch noch nie bewusst gemacht, dass es sie gibt: Das sind die, die unbekümmert schreiben, einfach, weil sie es tun wollen. Die, die immer wieder von vorne anfangen und jede Absage und jede Kritik aufnehmen wie einen Ball – um ihn ins Universum zurückzuspielen. Nicht in Erwartung, dass dabei so etwas wie Erfolg bei rumkommt, sondern in Erwartung, dass es Spaß macht, kreativ zu sein.

Als ich das gelesen hatte, dachte ich mir: Das probiere ich auch. Mehr Spiel, mehr Spaß, mehr Neugier beim Schreiben! Einfach mal den Märtyerer ablegen und eine Geschichte raushauen. Kein großes Werk, keine große Erwartung außer die eine: Das ich bei dieser Sache zu 100 Prozent Spaß habe.

Und da kam sie angeflogen, die kleine, wunderbare Idee zu einer Geschichte. Ich hab sie genommen und niedergeschrieben und alles daran hat mir Freude gemacht: Die Figuren, das Setting, der Situationswitz. Den ersten Entwurf hab ich Freunden vorgelesen und wir haben gemeinsam rumgesponnen, wie die Geschichte enden könnte. Dann hab ich mich wieder hingesetzt und weitergearbeitet und ZACK, da war sie.

Eine fertige Geschichte. Ohne Druck. Nur Freude. Einfach so.

And you know what? Kommenden Donnerstag Abend lese ich sie beim Literaturherbst Friedrichshafen in der Buchhandlung Fiederer. Und ich werde mich beim Lesen daran erinnern, was für eine gute Zeit ich beim Schreiben hatte. Kommt jemand rum? ????

Foto: Janssem Cardoso (flickr.com)

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