Warum ich nicht aufhören werde, Menschen zum Schreiben zu ermutigen

Ich habe in letzter Zeit immer wieder überlegt, was ich in dieser Welt beizutragen habe. Was das kleine Stück sein könnte, das ich zu geben habe.

Ich habe auch deshalb darüber nachgedacht, weil ich manchmal das Gefühl habe, in meiner Arbeit schrecklich unpolitisch zu sein. Andere gründen Hilforganisationen, verbessern Fair Trade Labels, produzieren energiesparende Motoren oder konzipieren anti-rassistische Schulprojekte. Was tue ich dagegen schon groß?

Ich stifte Menschen zum Schreiben an. Das ist ja ganz nett – aber bewirkt das was? Bei irgendwem? Macht das die Welt irgendwie besser?

Ehrlich gesagt: Ich hoffe es.

Ich hoffe es sehr.

Weil ich fest davon überzeugt bin, dass wir auf dieser Welt Menschen brauchen, die maximal kreativ sind – denn maximal kreative Menschen sind flexibel im Kopf. Sie können sich in andere hineinversetzen. Und sie nutzen ihre schöpferische Kraft – für sich selbst, aber auch für andere.

Ich für meinen Teil habe für das Jahr 2018 beschlossen: Ich werde nicht aufhören. Ich werde nicht aufhören, Menschen zum Schreiben zu ermutigen. Ich werde nicht aufhören ihnen zuzuflüstern: „Nutze deine schöpferische Kraft. Vertrau auf sie. Sie bringt dich überall hin.“

Ich werde nicht aufhören, Menschen dazu anzustiften, ihre Phantasie zu nutzen und sich in andere hinein zu versetzen – denn das sind die menschlichen Möglichkeiten, die wir haben. Wer Geschichten erzählt, erzählt immer auch von all dem, was uns als Menschen verbindet: Die Sehnsucht nach Liebe, Zugehörigkeit, Hoffnung, Heilung. Und nach einem Happy End.

Ich werde nicht aufhören, die Vielfalt menschlichen Ausdrucks zu feiern. Denn wir alle sind (trotz unserer Gemeinsamkeiten) so wunderbar unterschiedlich. In jeder Schreibwerkstatt, die ich leite, bin ich erstaunt – jedes Mal aufs Neue – wie einzigartig, bunt und unterschiedlich die Texte sind, die zu Gehör gebracht werden. Und ich habe nicht vor, jemals mit dem Staunen aufzuhören.

Ich werde nicht aufhören, Menschen Zettel und Stift in die Hand zu geben und zu sagen: „Hier, schreib’s auf. Erzähl mir deine Geschichte. Erzähl mir, was du zu sagen hast“. Denn ich glaube daran, dass es von unschätzbarem Wert ist, wenn Menschen gehört werden. Wenn wir einander zuhören, voneinander etwas erfahren wollen – unabhängig davon, ob unser Erfahrungshorizont derselbe ist, oder nicht.

Wenn ich das schaffe – einzustehen für Verbundenheit, Vielfalt und menschliche Zugewandtheit – dann ist meine Arbeit vielleicht doch sehr viel politischer, als ich jemals dachte.

In diesem Sinne ist mein Vorsatz fürs neue Jahr kein Vorsatz, sondern eher ein Entschluss. Ich werde weitermachen.

Wie sieht es bei euch aus? Habt ihr auch für das neue Jahr einen Entschluss gefasst? Was erwartet ihr für 2018 und was werdet ihr nicht aufhören zu tun?

Ich freue mich über eure Nachrichten und Kommentare!

PS: Ab sofort könnt ihr euch für meine Schreibwerkstatt zum Thema „Mein kreatives Ich“ am Samstag, den 03. Februar 2018, anmelden! Ich freue mich aufs Kennenlernen – oder auf ein Wiedersehen.

Foto: „Semitropic I“ by Ivan Turkouski (licensed under CC BY 2.0)

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