Über mich

Porträt Franziska Schramm

Ich bin Autorin und Schreibcoach. Ich leite Schreibwerkstätten. Ich schreibe für die Bühne und für Bücher. Ich singe, tanze, zeichne. Ich habe ein Herz für bunte Menschen und ihre Talente und Begabungen (genauso wie für ihre Begrenzungen und ihr Nichtkönnen). Ich liebe es auf dieser Erde zu sein.

Wo ich herkomme

Meine Kreativität in die Welt zu bringen, war für mich ein langer Weg - auf dem ich immernoch unterwegs bin. Meine Startbedingungen dafür waren alles andere als "optimal":

Ich bin (wie so viele hochbegabte und hochsensible Menschen) aufgewachsen mit dem Gefühl, für diese Welt nicht "passend" zu sein, irgendwie "komisch", irgendwie "anders". Aus lauter Scham über mein merkwürdiges Wesen, wäre ich am liebsten von dieser Welt verschwunden.

Weil das nicht ging, habe ich mich zumindest möglichst oft unsichtbar gemacht. Ich habe nicht ausgesprochen, was ich denke, habe zurückgehalten, was ich fühle. Meine kleine, verrückte Welt passierte nur im Geheimen, an meinen Schreibtisch. Von dort aus erkundete ich, was mich interessierte: Schreiben, Sprache, Gedichte, Geschichten.

Schon immer hatte ich den Drang, auf die Bühne zu gehen - und als ich mit Anfang 20 auf dem ersten Poetry Slam meines Lebens war, öffnete sich für mich eine Tür. Das wollte ich auch! Meine Texte in die Welt bringen, meine Stimme hören lassen, mich endlich zeigen! Es blieb bei einigen Versuchen, denn meine Angst war schlicht größer als mein Mut.

Es war dann eine fiese, gemeine Lebenskrise und die Begegnung mit einer Schauspieltrainerin, die einen Ruck durch mein Leben gehen ließen. Ich stolperte über die Begriffe Hochbegabung und Hochsensiblität... und eine Erkenntnis sickerte in mich hinein. Das ist es also! Ich bin gar nicht so anders, wie ich immer dachte, ich bin völlig normal!

Zum ersten Mal schöpfte ich Hoffnung, dass ich vielleicht doch hier auf dieser Erde gewollt war. Dass ich ein Recht hatte, da zu sein, ja, mehr noch: Dass das Leben etwas von mir wollte. Dass meine Begabungen gebraucht wurden. Dass ich mitspielen durfte, dass ich herzlich willkommen war, Bälle ins Universum zu werfen.

Seitdem lebe ich ein kreatives Leben. Eines, das vollkommen zu mir passt. Ich schreibe. Ich singe, tanze und zeichne. Ich folge meiner unerschöpflichen Wissbegier. Und ich stifte andere an, es mir nachzutun. Und etwas Besseres als das kann ich mir einfach nicht vorstellen.

Was ich gelernt habe

Ich habe ein Studium der Kommunikations- und Literaturwissenschaft in der Tasche - die allerbeste Basis, um klug über Texte und ihre Gemachtheit nachdenken und sprechen zu können. Die allerbeste Ausbildung fürs Schreiben habe ich in der Schreibwerkstatt bei Autorin Larissa Böhning erhalten - eine intensive Zeit voller Wunder und Überraschungen.

Was ich außerdem vom Leben gelernt habe: Dass es sich lohnt, auf dem Weg zu sein. Als Autorin habe ich kein fertiges Programm, ich habe kein bestimmtes Ziel, außer eben das eine: Im Spiel zu bleiben. Ich brauche keinen Bestseller, um glücklich zu sein - aber ich bleibe beharrlich darin, meine Texte und Ideen in die Welt zu bringen.

 

Ein bisschen Fame

Wie alle jungen Autorinnen und Autoren versuche ich, mit meiner Kunst gesehen und gehört zu werden. Und manchmal zahlt sich das tatsächlich aus. 2016 habe ich für meine Kurzgeschichte "Was anderes machen" den Walter-Serner-Preis bekommen, verliehen vom rbb Kulturradio und vom Literaturhaus Berlin. 2018 habe ich den Förderpreis der Wuppertaler Literaturbiennale und den Förderpreis des Signaturen-Wettbewerbs entgegen nehmen dürfen.

 

Wo ich lebe

Der Wind des Zufalls hat mich an den Bodensee geweht. Seit mittlerweile mehr als fünf Jahren lebe ich nun schon in Konstanz, der "kleinen Stadt am Meer", wie ich sie nenne. Ich arbeite freiberuflich (Privileg und Herausfordeurng zugleich!) als Autorin und Schreibcoach und veranstalte meine eigenen Lesungen und Schreibwerkstätten. Parallel dazu bin ich festangestellt in Teilzeit für das Improtheater Konstanz, einer der wunderbarsten Orte für gelebte Kreativität überhaupt.