Über mich

Franziska Schramm

Warum ich schreibe

Schreiben ist der Moment in meinem Leben, in dem ich mich am kraftvollsten fühle. Nah bei mir und dem, was ich bin. Natürlich will ich für meine Texte berühmt und berüchtigt sein (klar! - was sonst?), aber in erster Linie schreibe ich, weil ich mich dabei selbst besser hören kann.

Als Autorin und Bühnenpoetin trete ich mit meinen Gedichten und Kurzgeschichten bei Lesebühnen und Poetry Slams auf; außerdem organisiere ich immer wieder eigene Lesungen. Ich liebe die konzentrierte Stille eines Auftritts, in die hinein ich meinen Text spreche... und den Resonanzkörper des Publikums, in dem mein Text weiterschwingt.

Im Dezember 2016 war ich zum ersten Mal auch im Radio zu hören: Für meine Kurzgeschichte "Was anderes machen" habe ich den Walter-Serner-Preis bekommen, verliehen vom rbb Kulturradio und vom Literaturhaus Berlin. 2018 habe ich den Förderpreis der Wuppertaler Literaturbiennale und den Förderpreis des Siganturen-Wettbwerbs entgegen nehmen dürfen.

 

Die Bühne: Mein kreatives Zuhause

Mit dem Schreiben angefangen habe ich tatsächlich schon mit 13 Jahren, als ich erste Gedichte und Geschichten zu Papier brachte. Ich wusste nur nicht, wohin damit, und behielt das meiste unter Verschluss. Erst als ich mit Anfang 20 beim ersten Poetry Slam meines Lebens war, öffnete sich für mich eine Tür. Ich liebte alles daran: Dass es live war, dass die Autoren auf der Bühne lebendig und nahbar waren, dass die Texte mich unmittelbar begeisterten und berührten.

Das konnte also Literatur! So war es gedacht, so sollte es sein!

Ich wusste sofort: Genau das will ich auch. Ich will auch auf der Bühne stehen, und mich zeigen, meine Stimme hören lassen, meine Sprache zum Klingen bringen. Es blieb allerdings vorerst bei ein paar zaghaften Versuchen, denn meine Angst war schlicht größer als mein Mut. Meine Texte - und damit auch meine Gedanken, Sichtweisen und Ideen - blieben bis auf wenige Ausnahmen ungehört.

Es brauchte dann mit Ende Zwanzig eine fiese, gemeine Lebenskrise, die mich zunächst in die Knie zwang - und dann auf meine Knie. Ich wusste, dass ich etwas tun musste. Und ich wusste vor allem intuitiv, dass ich auf die Bühne wollte, meine Kreativität leben wollte. Es brauchte die Begegnung mit einer Schauspieltrainerin, mehrere Theaterprojekte und die Begegnung mit der phantastischen Kraft der Improvisation, die mir Vertrauen in mein Tun einflößten.

Heute weiß ich, dass Angst sich nicht abschalten lässt, dass sie dazugehört, und dass das okay ist. Denn meine Freude an meinen kreativen Ideen und Visionen ist die viel stärkere und mächtigere Kraft ist, die meinen Weg begleitet. Und ich liebe es auf der Bühne zu stehen, in die konzentrierte Stille hinein meinen Text zu sprechen, und zu hören, wie er im Resonanzkörper des Publikums weiterschwingt.

 

Meine Wahlheimat Bodensee

Durch Zufall bin ich nach Studium und Volontariat am Bodensee gelandet, in Konstanz, der "kleinen Stadt am Meer", wie ich sie nenne. Ich liebe das Wasser, das Schilf, das üppige Grün im Sommer... und jeder Spaziergang bringt mich klar und gestärkt an den Schreibtisch zurück. Außerdem birgt Konstanz eine ganz erstaunliche und wunderbare Kreativszene, die es sich lohnt zu entdecken!

Die wohl genialsten Menschen in dieser Stadt sind meine Kollegen vom Improtheater Konstanz, für die ich als Assistenz der Geschäftsführung in Teilzeit arbeite. Schnelle, witzige Menschen, deren Herz für Kunst schlägt, genau wie meines! Ebenfalls sehr wertvoll: Meine Autorenkollegin Christine Zureich, Schreibbuddy und verwandte Seele zugleich. Außerdem eine wichtige Anlaufstelle und gleichzeitig Kreativzentrale in Konstanz: Das Hofhaus im Paradies, wo die Macherinnen des NUN,-Magazins zuhause sind.