Warum für Hochsensible andere Regeln gelten

hochsensibel

Als ich vor fünf, sechs Jahren zum ersten Mal dem Thema Hochsensibilität begegnet bin, ging ein kleines Erdbeben durch mein Leben. Erst nur ganz sacht, dann rüttelte es mich ganz schön durch, und es blieb sehr viel Staunen und sehr viel Freude in meinem Leben zurück.

Anfangs war ich ganz schön skeptisch. Hochsensiblität – das klang in meine Ohren nach so zarten, jammerigen, auf leisen Sohlen umherwandelnden Geschöpfen… und überhaupt nicht nach einer so starken, lebenslustigen und mitunter lauten Frau wie mir.

Erst nach und nach ging mir auf, worum es geht: Darum, dass Hochsensible sehr feine Sinne haben. Dass sie mehr hören, sehen und fühlen als andere. Dass sie manchmal von den Eindrücken, mit denen sie es zu tun haben, überwältigt sind und lange brauchen, um sich wieder zu erholen. Dass sie das, was sie da hören, sehen und fühlen, häufig in kreatives Tun umwandeln, ganz automatisch, ohne, dass sie jemand dazu anleiten müsste – weil sie einfach ein Bedürfnis haben, sich schreibend, zeichnend, gestaltend, tanzend, musizierend auszudrücken.

„High Sensitive Person“ ist die englische Bezeichnung für Hochsensiblität, und als ich diesen Begriff zum ersten Mal las, wusste ich: Genau das bin ich.

Ich las und las und las, was ich zum Thema unter die Hände kriegen konnte (zum Beispiel „Außergewöhnlich normal“ von Anne Heintze). Und ich erinnere mich, dass ich gleichzeitig erleichtert und entsetzt war. (mehr …)

Folge der Freude!

Folge der Freude

Gerade plane ich etwas ganz Phantastisches: Ich versammle meine besten Geschichten und Gedichte zu einem abendfüllenden Programm, das ich gemeinsam mit einem Musiker, dem Schweizer Kontrabassisten Marc Jenny, auf die Bühne bringe.

Am Donnerstag, den 31. Januar 2019 ist es so weit… und die Vorbereitungen laufen. Meine Lieblingsgraphikerin hat ein Plakat gezaubert, dass sich sehen lassen kann, die erste Probe mit Marc war aufregend und schön… und so wie es aussieht, wird das tatsächlich eine ganz besondere Veranstaltung werden (hier gibt’s mehr Infos).

Vielleicht kannst du ermessen, wie aufgeregt ich bin, wenn du schon mal etwas ähnliches gewagt hast… wenn du auch schon mal ein Projekt größeren Ausmaßes ins Leben gerufen hast.

Eines daran fasziniert mich jedesmal: Was für ein genialer Wegweiser meine Freude ist. (mehr …)

Vom Aufgeben

Vom Aufgeben

Ich muss sagen, ihr Lieben, ich finde es schwierig zu entscheiden: Wann man aufgeben soll. Wann man einsehen soll, dass man auf dem Holzweg ist. Wann man besser sagt: Okay, so funktioniert es nicht, dann lass ich es eben.

Das kann zum Beispiel ein Text sein, der einfach nicht gelingen will. Das Material ist gut, die Ursprungsidee auch… aber dann geht es einfach nicht weiter. Nada. Niente. Über den ersten Anfang komme ich einfach nicht hinaus. Und alle Bemühungen scheinen den Text eher zu verbessern als zu verschlechtern.

Herjeh, wieviele dieser Skelette ich auf meiner Festplatte liegen habe! Wieviele halbgare Anfänge, wieviele vage Versuche, wieviele unausgebrütete Ideen, die nie ganz ans Licht kommen wollten.

Wann gibt man auf? (mehr …)

Tu’s! Mach’s! Zeig dich!

Tu's! Mach's! Zeig dich!

Eines der lustigsten Wunder, mit denen mich das Leben beschenkt, ist das Seminar „Kreatives Schreiben“, das ich jeweils zu Semesterbeginn im Rahmen der Kreativwoche für Studenten der Sozialen Arbeit in Weingarten halte. Und das wahrscheinlich allerlustigste Wunder ist jener Student, der dieses Seminar nun schon zum dritten Mal besucht hat – nicht, weil er die Punkte bräuchte, sondern weil er dieses Seminar einfach gut findet (was ihm erst mal große Blicke seiner Kommilitonen beschert hat).

Jener Student hat ein großes Herz für Musik, liebt Reim und Rhythmus, und schüttelt mit Leichtigkeit Verse und Textzeilen aus seinem Handgelenk. Gleichzeitig hält er das, was er da an Schätzen in sich trägt, unter Verschluss. Er hasst es vor großer Runde vorzulesen und bleibt am liebsten still im Hintergrund – während ich ihm immer zurufen möchte: „Mann!!! Zeig mal, was du da hast! Zeig das her!!!“

Ich glaube, dieser Student erinnert mich an mich. (mehr …)

Etwas in mir hat keine Angst

etwas in mir hat keine angst

Wenn ich neue Projekte angehe, dann kann ich damit rechnen, dass früher oder später meine Angst auf dem Plan steht. Die Angst, die in mir randaliert und ruft: „Bist du bekloppt?!? Mach das auf GAR KEINEN FALL! Das wird schief gehen. Du wirst dich blamieren. Lass das!“

Das ist der Grund, weshalb ich mich in meinem Leben schon sehr viel mit meinen Ängsten beschäftigt habe. Meinen Ängsten rund ums Schreiben. Meinen Ängsten rund ums Sichtbarwerden mit meiner Kunst. Und ich kenne sie alle. (mehr …)