Wie du Vertrauen in deinen Weg als Autorin findest

Es ist manchmal ganz schön mühsam, den festen Willen zu haben, zu schreiben. Denn da gibt es so viele Dinge, die diesen Willen zum Bröckeln bringen.

Da sind die vielen Ideen, die du in der Schublade hast, und noch nicht in die Welt gebracht hast. Da ist die Zeit, die an allen Ecken und Enden zu fehlen scheint, um in Ruhe zu schreiben. Da sind die Wettbewerbe, die du nicht gewonnen hast, das Buch, für das du immernoch keinen Verlag gefunden hast.

Lohnt sich da das Weitermachen? (mehr …)

Der schönste Job der Welt

Schreibcoaching

Manchmal denke ich, ich bin nur dafür gemacht, mit Menschen zu sitzen und zu schreiben. Ihre Nähe zu spüren, ihren Gedanken Raum geben, sie darin zu unterstützen, sich selbst hören zu können. Dann denke ich, ich hab den schönsten Job der Welt.

Foto: „Wondering“ by Javi Pallares AP (CC BY 2.0)

Was die Anderen denken

was die anderen denken

In meinem Schreibseminar, das ich vor drei Wochen gehalten habe, war eine junge Frau, die partout nicht vor allen vorlesen wollte. Obwohl es nur 15 Kommilitonen waren, die zugehört haben und obwohl das allesamt sehr nette Leute waren. Der Gedanke, dass die Anderen negativ auf ihre selbstverfassten Texte reagieren könnten, machte ihr hochgradig Angst.

In solchen Fällen mache ich immer eines: Ich erzähle, wie gut ich das verstehen kann. Denn auch, wenn ich keine Probleme hätte, in so kleiner Runde meine Texte vorzulesen, so kenne ich das doch nur zu gut: Die Angst, was die Anderen wohl denken.

Eigentlich, glaube ich, kennt jeder und jede diese Angst – vielleicht haben sie einige von uns ausgeprägter als andere. Aber jeder Autor und jede Autorin muss sich zwingend notwendig damit beschäftigen, mit den Reaktionen anderer auf das eigene kreative Tun. (mehr …)

Was ein Literaturpreis so alles macht

So ein Literaturpreis ist ja etwas merkwürdiges.

Erstmal ist da dieses Erstaunen: Huch, hoppla – was ich da schreibe, interessiert tatsächlich andere Menschen! Ich bin jedesmal wieder verblüfft, wenn es passiert. Für kurze Zeit katapultiert es mich in eine andere Zeit und einen anderen Raum.

Im Jahr 2016 war es der Walter-Serner-Preis, der meine Welt komplett auf den Kopf gestellt hat. Und gestern bekam ich einen Anruf: Es ist der Förderpreis der Wuppertaler Literatur-Biennale, den ich als eine von drei Preisträgerinnen und Preisträgern verliehen bekomme.

Aaaahhhh! Wie cool!

Dieser spezielle Preis bringt aber noch eine Merkwürdigkeit mit sich, mit der ich bislang noch nicht zu tun hatte: Jemand anders wird meinen Text vortragen. Denn, so sagte mir die Dame am Telefon, bei der Preisverleihung am 6. Mai werden Schauspielerinnen und Schauspieler die Siegertexte lesen.

What?!?  (mehr …)

Die Kraft des Alleinseins

Schreiben

Ich hadere immer wieder damit, dass viel lieber alleine als unter Menschen bin. Dass ich meistens diejenige bin, die von der besten Party des Jahres als Erste nachhause geht. Dass ich den Rückzug und das Alleinesein brauche wie die Luft zum atmen.

In meiner Vorstellung ist das irgendwie nerdig… und einfach uncool.

Ich hadere dann auch mit meinen hochsensiblen Sinnen. Dass ich so viel sehen und hören kann, dass mich Eindrücke so schnell überwältigen. Dass mich größere Gruppen und Menschenmengen überfordern und ich kaum weiß, wohin mit all dem, was auf mich einprasselt.

Die Einzelgängerin in mir kämpft dann mit der Menschenliebhaberin in mir. Die Menschenliebhaberin will Kontakt, Gespräche, Nähe und möchte auf keinen Fall die erste sein, die die Party verlässt. Die Einzelgängerin in mir will einfach nur alleine sein, alleine mit den eigenen Gedanken und Gefühlen… weil die eigentlich schon reichen.

Gestern abend habe ich einer Freundin davon erzählt… und sie meinte: Aber darf nicht auch beides sein? Geht das nicht irgendwie auch ganz gut zusammen? (mehr …)