Etwas in mir hat keine Angst

etwas in mir hat keine angst

Wenn ich neue Projekte angehe, dann kann ich damit rechnen, dass früher oder später meine Angst auf dem Plan steht. Die Angst, die in mir randaliert und ruft: „Bist du bekloppt?!? Mach das auf GAR KEINEN FALL! Das wird schief gehen. Du wirst dich blamieren. Lass das!“

Das ist der Grund, weshalb ich mich in meinem Leben schon sehr viel mit meinen Ängsten beschäftigt habe. Meinen Ängsten rund ums Schreiben. Meinen Ängsten rund ums Sichtbarwerden mit meiner Kunst. Und ich kenne sie alle. (mehr …)

Wie das Schreiben mich rettet

Wie das Schreiben mich rettet

Ich habe einen kleinen, aber feinen Literaturpreis gewonnen, den Förderpreis des Signaturen Wettbewerbs, der hier am Bodensee beheimatet ist. Am Dienstag, den 16. Oktober ist die Preisverleihung in Tettnang, und ich freue mich schon dabei zu sein, denn ja, ich nehme diesen Preis sehr gerne entgegeben!

Meine Freude geht aber noch viel tiefer. Denn abgesehen davon, dass ich Sekt schlürfend und Häppchen essend auf einer Preisverleihung rumstehe und Hände schüttle, abgesehen davon bedeutet der Preis noch etwas anderes für mich. Denn die Kurzgeschichte, die ich eingereicht habe, ist an einem der Tiefpunkte meines Lebens entstanden.

Der Text trägt den Titel „A wie Arbeitslosigkeit“ und ist vor einigen Jahren entstanden, als ich (wie der Titel es schon so schön ankündigt) arbeits- und perspektivlos dasaß, mir Sorgen um meine Zukunft machte und nicht wusste, wie es weitergehen soll. Ich fragte mich, warum die Erfahrung, die ich da machte, mich so sehr schmerzte und rang mit all dem, was sich in mir drin abspielte. (mehr …)

Warum ich keine „Schreibroutine“ habe

schreibroutine

Ich weiß nicht, ob du das kennst, aber es gibt da ja diese Vorstellung von der „Schreibroutine“, die man als Autorin und Autor zwingend notwendig braucht: Einen festen Rhythmus, tägliches Schreiben jeden Tag, ein Wortlimit, dass man bewältigen muss, einen Seitenzahl, die in jedem Fall geschrieben werden muss, ein Zeitfenster, das fest eingeplant ist und nur dem Schreiben gehört.

Ich scheiß‘ drauf.

Wirklich, – und bitte verzeih dieses Ausdruck – ich scheiß‘ drauf! Es ist mir egal. Ich habe keine solche „Schreibroutine“. Und werde hoffentlich auch nie eine haben. Schon wenn ich das Wort höre, rollen sich mir die Zehennägel auf. (mehr …)

Warum sich Schreiben immer lohnt

warum sich schreiben immer lohnt

Ich frage mich gerade, ob sich das Schreiben für mich lohnt. Das ist eine Frage, die immer wieder in meinem Kopf aufpoppt. Werde ich es  damit mal zu etwas bringen? Lohnt es sich, dranzubleiben? Kommt dabei was rum? Und wenn es vielleicht nicht der ganz große Reichtum ist, dann doch vielleicht zumindest so etwas wie Ruhm, Anerkennung und begeisterte Fans?

Diese Frage führt mich meistens in ödes, wüstes Land. Denn dort, wo diese Frage lebt, lebt auch die Hoffnungslosigkeit. „Lass es“, flüstern die Stimmen in dieser Wüste, „du wirst nie eine echte Autorin sein.“ „Du bist so naiv, das Schreiben führt dich nirgendwohin“, flüstern sie. „Du könntest es eigentlich auch bleiben lassen, es macht keinen Unterschied.“

Wann immer ich diese Wüste betrete, merke ich, wie schwerwiegend diese Stimmen sind. Sie machen mich klein. Sie verbreiten Null Komma Null Hoffnung. Und sie verändern sich auch nicht. Diese Stimmen sind immer gleich vernichtend. Und eine echte Antwort auf meine Frage „Lohnt sich das Schreiben für mich“ bekomme ich dort nicht. (mehr …)

Mein Künstlerherz braucht das aber

künstlerherz

Machmal komme ich mir ja schon furchtbar nerdig vor. Zum Beispiel wenn draußen schönster Sonnenschein ist und ich lieber drinnen am Schreibtisch sitze und an einem Gedicht feile, anstatt baden zu gehen. Wenn ich keine Lust habe, Leute zu trefffen, und stattdessen lieber alleine vor mich hintüddel.

Dann höre ich die Stimme meiner Mutter im Ohr: „Kind, sitz doch nicht immer nur drinnen rum, geh mal raus“. Dann habe ich die Simmen meiner Freunde im Ohr: „Nie kommst du mit, wenn mal was los ist.“ Und dann komme ich mir komisch vor und bin versucht, diesen Stimmen Glauben zu schenken.

Doch manchmal, wenn ich genau genug lausche, kann ich hören, dass es eine Stimme in mir gibt, die viel lauter ist. Viel wichtiger. Diese Stimme kommt direkt aus meinem Künstlerherz und sagt: „Ich brauche das aber.“ Und wenn ich in Kontakt mit dieser Stimme bin, dann gibt es auch nichts besseres als das: Mich in meine Kreativität hineinfallen zu lassen. Keinen sozialen Verpflichtungen nachzukommen, alle Drähte zur Außenwelt zu kappen. (mehr …)